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Fahrverbot verschieben oder aufteilen?

Bei Verkehrsrechtsverstößen wird neben dem Bußgeld häufig auch ein Fahrverbot verhängt. Oft ist dabei unklar, ab wann solche Strafen ausgesprochen werden und wann das Fahrverbot angetreten werden muss.

Kann der Antritt eines Fahrverbotes verschoben werden?

Unter Umständen besteht die Möglichkeit, den Antritt des Fahrverbotes zu verschieben. Diese Option kommt allerdings nur für Ersttäter in Frage. Als Ersttäter gelten Fahrer, die in den letzten 24 Monaten kein Fahrverbot erhalten haben.

Ersttäter erhalten oft eine 4-Monats-Frist. Dabei kann vom Betroffenen selbst innerhalb von vier Monaten der Zeitpunkt der Führerscheinabgabe gewählt werden.

Sogenannte Wiederholungstäter haben diese Möglichkeit nicht. Bei Ihnen muss das Fahrverbot angetreten werden, sobald der Bußgeldbescheid rechtskräftig ist.

Auch ein Einspruch kann Einfluss auf den Beginn des Fahrverbotes haben. Wird Einspruch eingelegt, verschiebt sich das Einsetzen der Rechtskräftigkeit bis der Sachverhalt endgültig geklärt ist. Eine solche Bearbeitung kann sich mitunter über mehrere Monate hinziehen.

Dabei ist es oft auch hilfreich, einen Anwalt für Verkehrsrecht zu Rate zu ziehen. Dieser kann auch abschätzen, wie erfolgsversprechend der Einspruch ist oder ob das Fahrverbot ggf. umgewandelt werden kann.

Kann die Dauer des Fahrverbotes aufgeteilt werden?

Wer mit einem Fahrverbot belegt wurde, hat oft erhebliche Einschränkungen hinzunehmen. Über einen längeren Zeitraum nicht Auto fahren zu können, bringt im Alltag viele Probleme mit sich. Da wäre es doch praktisch. Das Fahrverbot einfach auf mehrere kleine Abschnitte aufzuteilen.

Ein Fahrverbot ist eine Nebenstrafe, die im Zusammenhang mit einem Bußgeldverfahren verhängt wird. Sie soll den Fahrer disziplinieren und von zukünftigen Verstößen abhalten.

Die weit verbreitete Annahme, ein verhängtes Fahrverbot könnte aufgesplittet werden, ist jedoch leider falsch. Es gilt:

Das Fahrverbot muss immer, egal ob es einen oder drei Monate dauert, in einem Stück abgeleistet werden.

In dieser Zeit darf kein Kraftfahrzeug gefahren werden. Wer sich trotz Fahrverbot hinter das Steuer setzt, erfüllt damit den Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, was schwerwiegende Konsequenten, wie hohe Geldbußen oder Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr nach sich zieht.