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Drogen- und Alkoholtest: Was gibt es dabei zu beachten?

Bei einem begründeten Verdacht auf Drogen- oder Alkoholmissbrauch kann bei einer Verkehrskontrolle ein Drogentest bzw. ein Alkoholtest verlangt werden. Wir erklären, welche Arten von Drogen- und Alkoholtests es gibt und welche Werte dabei eine Rolle spielen.

Alkoholtest

Häufig wird bei einer Verkehrskontrolle getestet, ob ein Autofahrer Alkohol getrunken hat. Die Polizei nutzt dazu ein Alkoholmessgerät, in welches Autofahrer hineinpusten müssen – der sogenannte „Pustetest“. Dadurch wird die Konzentration von Alkohol im Atem gemessen. Dieses Beweismittel ist jedoch nur bei Ordnungswidrigkeiten ausschlaggebend, wenn zum Beispiel eine rote Ampel überfahren wurde. Ordnungswidrigkeiten werden in der Regel mit einem Verwarngeld oder einer Verwarnung geahndet. Wenn jedoch ein Alkoholwert von mindestens 0,5 Promille vorliegt, handelt es sich um eine Straftat. Dafür muss als Beweismittel vor Gericht ein Bluttest vorliegen.

Sie sind bei einer Verkehrskontrolle nicht verpflichtet, in ein Alkoholmessgerät zu pusten.

Wenn Sie den Alkoholtest verweigern, obliegt es dem Ermessen der Polizei einen Bluttest durchzuführen. Dieser erfordert eine richterliche oder staatsanwaltliche Anordnung. Besteht jedoch „Gefahr im Verzug“ darf ein Bluttest auch ohne eine solche Anordnung vorgenommen werden.

Fällt der Alkoholtest negativ aus, gibt es natürlich keine Konsequenzen. Bei einem positiven Test kommt es jedoch neben der strafrechtlichen Verfolgung auch zu einem Bußgeld und Punkten in Flensburg. Zudem müssen die Kosten für den Bluttest selbst getragen werden. Diese liegen bei etwa 500 €.

Drogentest

Es gibt verschiedene Arten, um einen Autofahrer auf einen möglichen Drogenmissbrauch zu testen. Bei Verkehrskontrollen setzt die Polizei meistens Drogenschnelltests ein, da diese nur wenig Zeit in Anspruch nehmen.

Vor Gericht ist ein Drogenschnelltest jedoch nicht als Beweis zulässig. Erst das Ergebnis eines Bluttests dient als offizieller Beweis.

Wie auch der erste Alkoholtest können Drogenschnelltests abgelehnt werden. In diesem Fall wird der Autofahrer in der Regel von der Polizei mit auf die Wache genommen, um einen Bluttest durchzuführen. Da auch dieser Test ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit darstellt, ist hier wie im Falle der Alkoholtests eine richterliche oder staatsanwaltliche Anordnung erforderlich. Schnelltest werden in der Regel anhand von Speichel, Schweiß oder Urin mittels spezieller Geräte oder Teststreifen durchgeführt.

Wesentlich genauer als Drogenschnelltests sind andere Screening-Verfahren:

  • Urintest: Da Drogen über die Niere ausgeschieden werden, können mit einem Urintest die ausgeschiedenen chemischen Bestandteile von Drogen sehr gut nachgewiesen werden. Die abgegebene Urinprobe wird dabei in einem Labor untersucht.
  • Bluttest: Ein Bluttest ist nur in einem Labor durchführbar und daher nicht als Schnelltest geeignet. Die Blutentnahme muss dabei immer von einem Arzt durchgeführt werden. Da die Probe von Laien nicht manipulierbar ist, wird sie häufig zum Nachweis von Drogenkonsum eingesetzt. Die Nachweisbarkeit von Drogen im Blut ist jedoch stark vom Zeitpunkt des Drogenkonsums abhängig. Bei einem Bluttest wird die genaue Konzentration der Substanz im Blut ermittelt. Diese wird in ng/l angegeben, also Nanogramm pro Liter.

Ein Bluttest ist der einzige Test, der als Beweismittel vor Gericht zulässig ist.

  • Haartest: Drogen können auch über einen Haartest nachgewiesen werden. Da hier jedoch nur ermittelt wird, ob vor längerer Zeit Drogen konsumiert wurden, wird dieser Test bei einer Verkehrskontrolle nicht angewendet. Haartest kommen im Rahmen einer MPU für den Abstinenznachweis zur Anwendung.

Anders als bei Alkohol gibt es bei Drogenkonsum keine Toleranzgrenze. Drogen sind im Straßenverkehr generell verboten. Nur die sogenannten Cut-Off-Werte sind entscheidend.

Was sind Cut-Off-Werte?

Als Cut-Off-Wert bezeichnet man den Wert, ab dem ein Drogentest positiv anschlägt. Dieser Wert variiert je nach Hersteller des Testes und liegt meist erheblich über der analytisch möglichen Nachweisgrenze. Nach § 24a StVG ist ein positiver Drogennachweis generell eine Ordnungswidrigkeit. Dabei sind bestimmte Grenzwerte festgelegt, bei der von einer akuten Beeinflussung durch die jeweilige Droge ausgegangen werden kann:

  • Tetrahydrocannabinol (THC) 1 ng/ml (Blut)
  • Morphin/Heroin10 ng/ml
  • Benzoylecgonin (BZE, ein Abbauprodukt von Kokain) 75 ng/ml
  • Methylendioxy-N-methylamphetamin (MDMA) 25 ng/ml
  • Methylendioxy-N-ethylamphetamin (MDE) oder Methylendioxyamphetamin (MDA) 25 ng/ml
  • Amphetamin 25 ng/ml
  • Methamphetmin/Metamfetamin 25 ng/ml

Wie lange sind Drogen nachweisbar?

Substanz nachweisbar im Urin nachweisbar im Speichel nachweisbar im Blut
Kokain 1 Stunde bis 3 Tage 1 Stunde bis 2 Tage 6 Stunden
Speed 1 bis 3 Tage 1 bis 3 Tage bis zu 6 Stunden
Ecstasy 2 Stunden bis 3 Tage 1 Stunde bis 3 Tage 8 bis 24 Stunden
Heroin 2 Stunden bis 3 Tage 1 Stunde bis 2 Tage 12 bis 24 Stunden
Crystal Meth 2 Stunden bis 4 Tage 1 Stunde bis 3 Tage bis zu 6 Stunden
THC (Cannabis) 2 Tage bis 12 Wochen (abhängig vom Konsum: einmalig/regelmäßig) 1 bis 14 Stunden 12 Stunden bis zu 4 Wochen (abhängig vom Konsum: einmalig/regelmäßig)

Bei einem positiven Drogentest drohen nicht nur Bußgelder, Fahrverbot, Führerscheinentzug und Punkte in Flensburg, sondern auch eine Ermittlung wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetzt.

Auch wenn es zu keinem Strafverfahren kommt, muss jeder, der mit Drogen am Steuer erwischt wurde, mit einem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen.