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Führerschein ohne MPU

Die häufigsten Gründe für einen Führerscheinentzug und die damit einhergehende MPU sind Verkehrsdelikte im Zusammenhang mit Drogen oder Alkohol. Bei der MPU kommt es dann darauf an, den Gutachter glaubhaft davon zu überzeugen, dass man sein Fehlverhalten eingesehen hat und eine positive Veränderung seines Verhaltens vorgenommen hat. Wer die MPU nicht besteht, muss diese wiederholen, was eine zusätzliche zeitliche, finanzielle und nervliche Belastung bedeutet. Viele Autofahrer suchen daher nach einer Möglichkeit, die MPU zu umgehen.

Unter bestimmten Bedingungen ist es in Deutschland möglich, den Führerschein auch ohne erfolgreich abgeschlossene MPU zurückzubekommen:

Tilgungsfristen: Führerschein zurück ohne MPU

Generell kann eine MPU-Anordnung nicht verjähren, jedoch ist es möglich, auch ohne das Absolvieren der MPU den Führerschein zurückzuerhalten. Das kann jedoch bis zu 15 Jahre dauern.

Wenn es innerhalb von 5 Jahren nach dem Führerscheinentzug und der Anordnung der MPU zu keinerlei Auffälligkeit im Straßenverkehr gekommen ist, beginnt die zehnjährige „Verjährungsfrist“ der MPU. Diese Auffälligkeiten beziehen sich nicht nur auf das Fahren ohne Führerschein, sondern auch auf sonstige rechtswidrige Teilnahme am Straßenverkehr als Fußgänger oder Fahrradfahrer – zum Beispiel Fahrradfahren unter Alkoholeinfluss oder unter Umständen auch das Überqueren einer roten Ampel als Fußgänger.

Im juristischen Sinne handelt es sich dabei jedoch nicht wirklich um eine Verjährung, sondern vielmehr um eine Tilgung des Eintrages aus der Akte, die anschließend nicht wieder verwendet werden darf. Konkret heißt das:

Nach 15 Jahren kann der Führerschein neu und ohne MPU beantragt werden.

Jedoch ist eine Wartezeit von 15 Jahren für kaum jemanden eine wirklich sinnvolle Option. Eine andere Möglichkeit, einen Führerschein ohne MPU zu erhalten, ist der EU-Führerschein.

EU-Führerschein in Deutschland gültig

Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom 26. April 2012 hat erwirkt, dass deutsche Behörden ausländische EU-Führerscheine anerkennen müssen, wenn diese rechtmäßig in einem anderen EU-Staat ausgestellt wurden.

Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Man muss für mindestens 185 Tage im Jahr einen Wohnsitz in betreffenden EU-Land haben.
  • Die Sperrfrist nach dem Führerscheinentzug in Deutschland muss abgelaufen sein.
  • Die nationalen Regelungen des jeweiligen Landes müssen erfüllt werden.
  • In jedem Fall muss das Mindestalter für den Erwerb einen Führerscheins erreicht sein.

Einen Überblick zu den gesetzlichen Regelungen finden Sie hier.