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MPU durch zu viele Punkte

Viele Kfz-Fahrer wissen gar nicht, dass eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) auch wegen zu vieler Punkte angeordnet werden kann. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Eine MPU droht Verkehrssündern ab einem Punktestand von 8. Dabei spielt es keine Rolle, wie die Punkte zustande kamen, beispielsweise durch Telefonieren während der Fahrt oder zu schnelles Fahren. Ab dem Überschreiten der Höchstpunktzahl wird der Führerschein entzogen, aber in 99% aller Fälle wird die MPU angeordnet. Ob der Kfz-Fahrer nun wirklich eine MPU machen muss, hängt von der Beurteilung der Fahrerlaubnisbehörde ab.

Mit einer MPU wegen zu vieler Punkte müssen eher Kraftfahrer rechnen, die

  • in kurzer Zeit 8 Punkte angesammelt haben
  • als „Wiederholungstäter“ immer wieder mit dem gleichen Vergehen 8 Punkte angesammelt haben

Wer über einen längeren Zeitraum mit unterschiedlichen Vergehen die 8-Punkte-Grenze erreicht hat, muss in der Regel nicht mit einer MPU rechnen.

Einzelfall entscheidend

Neben Punkteaufbau in kurzer Zeit und Wiederholungstaten ordnet die Führerscheinstelle oft eine MPU an, wenn der Führerscheinbesitzer sich stur und uneinsichtig hinsichtlich seiner Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung zeigt. Die Behörden müssen in diesem Fall davon ausgehen, dass der jeweilige Fahrer sein Fehlverhalten nicht einsieht und daher ohne bestimmte Konsequenzen auch keine Änderung eintreten wird. Die Gutachter wollen dann mithilfe einer MPU den Fahrer dazu bringen, Einsicht zu zeigen und sein Fahrverhalten zukünftig zu ändern.

Verkehrs-MPU nicht leichter als MPU aufgrund von Alkohol oder Drogen

Auf den ersten Blick scheint es naheliegend, dass es einfacher ist, ein positives Gutachten zu erhalten, wenn man „nur“ wegen zu vieler Punkte zur MPU erscheinen musste. Dies ist jedoch ein Irrtum. Während bei einer Alkohol- und Drogen-MPU vor allem medizinische Laboruntersuchungen Aufschluss über die Abstinenz geben, muss der Gutachter bei einer Verkehrs-MPU mit möglichst stichhaltigen und belegbaren Argumenten überzeugt werden. Der Kandidat muss dann konkrete Strategien und Pläne vorstellen, wie er sein sündiges Fahrverhalten zukünftig ändert. Ein gutes Zeichen für den Gutachter ist es in jedem Fall, wenn der Kfz-Fahrer an einem verkehrspsychologischen Beratungskurs im Vorfeld der MPU teilgenommen hat.