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Vorbereitung auf die MPU: Welche Fragen werden gestellt?

Wer seinen Führerschein abgeben musste und zur medizinisch-psychologischen Untersuchung einbestellt wurde, macht sich vor allem über die Fragen, die dort gestellt werden, Sorgen. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die Fragen in der MPU und hilft dabei, sich gezielt vorzubereiten.

Der schriftliche MPU-Fragebogen

Der erste Teil der MPU besteht aus einem schriftlichen Fragebogen, in dem neben der Abfrage persönlicher Daten auch Fragen zum konkreten Grund der MPU gestellt werden.

Jede Untersuchungsstelle arbeitet mit ihren eigenen Fragebögen. Bei manchen muss der Fragebogen direkt vor Ort ausgefüllt werden. Andere geben die Möglichkeit, den Fragebogen in Ruhe zu Hause auszufüllen. Im Wesentlichen umfassen die Fragebögen folgende Punkte:

Fragen zu Person, Beruf, Familie und Gesundheit

  • Derzeit ausgeübte Tätigkeit
  • Wenn arbeitslos, seit wann?
  • Familiensituation, Ehe, Scheidung Kinder
  • Routine eines normalen Wochentages (Arbeit / Freizeit) und eines typischen Wochenendes
  • Körperliche Behinderungen (Wenn ja, weshalb, seit wann und in welchem Grad?)
  • Befinden Sie sich regelmäßig in ärztlicher Behandlung (wenn ja, warum)?
  • Befinden Sie sich zurzeit in ärztlicher Behandlung (wenn ja, warum)?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein (wenn ja, welche)?
  • Nehmen Sie derzeit vorrübergehend Medikamente ein (wenn ja, wie viel, wann zuletzt)?
  • Einnahme von Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmitteln in der letzten Zeit
  • Haben Sie jemals illegale Rauschmittel eingenommen?
  • Arbeiten Sie unter gesundheitsbelastenden Umständen / mit gesundheitsschädigenden Stoffen?

Fragen zum Genussmittelkonsum

  • Koffeinhaltiger Kaffee – wenn ja, wie viele Tassen täglich?
  • Rauchen (Zigaretten, Zigarren, Pfeife) – wenn ja, wie viele täglich?
  • Alkoholische Getränke (Bier, Wein / Sekt, Branntwein, sonstige) – wenn ja, wie häufig und wie viel?
  • Warum trinken Sie Alkohol / keinen Alkohol?

Fragen zum Fahrverhalten und zur Fahrerlaubnis

  • Wann wurde erstmals ein Führerschein erworben (welche Klasse und in welchem Jahr)?
  • Wurden Sie bereits mit einem Fahrverbot belegt (wenn ja, wann und warum)?
  • Sind Sie zurzeit im Besitz einer Fahrerlaubnis?
  • Wurde Ihnen nach Entzug der Fahrerlaubnis diese wieder erteilt?
  • Wie viele Kilometer sind Sie in den letzten zwölf Monaten gefahren?
  • Waren Sie als Fahrzeugführer (auch Fahrrad oder Moped) in Verkehrsunfälle verwickelt?
  • Standen Sie dabei unter Alkoholeinfluss?
  • Wurden Sie in der Vergangenheit mit Geldbußen oder gerichtlichen Strafen belegt (wenn ja, weswegen)?
  • Sonstige Verkehrsverstöße
  • Haben Sie früher bereits an einer MPU teilgenommen?
  • Beschreiben Sie Ihr Verhalten im Straßenverkehr und Ihren Fahrstil in der Vergangenheit.

Fragen zur Gesundheitsvorgeschichte

  • Bekannte gesundheitliche Leiden / Krankheiten
  • Allgemeine gesundheitliche Situation
  • Bleibende Schäden durch Unfall oder Krankheit

Bei Alkohol- oder Drogenverstößen umfasst der Fragebogen auch spezifische Fragen zum Tatzeitpunkt und Tathergang.

Grundsätzlich sind Gutachter durch die Aktenlage bereits gut informiert. Diese Fragen sollten also wahrheitsgemäß und mit konkreten Angaben beantwortet werden.

Das psychologische Gespräch

Die MPU ist eine eingehende Untersuchung des Verkehrssünders, in der es nicht darum geht, auswendig gelernte Antworten auf schablonenhafte Frage vorzutragen. Die MPU sollte vielmehr als Chance gesehen werden, Einsicht und Besserung zu demonstrieren. Grundsätzlich drehen sich die Fragen um folgende Sachverhalte:

Warum haben Sie sich so verhalten, dass es zu einem Verkehrsregelverstoß kam?

Kein Autofahrer setzt seinen Führerschein einfach so aufs Spiel. Ein Vergehen, das zu einer MPU führt, kann also nicht als Versehen abgetan werden. Daher muss der Betroffene hier erklären, was für ihn wichtiger war, als die Verkehrsregeln zu befolgen. Das heißt: Sie müssen selbst die entscheidenden Zusammenhäng erkennen und darlegen können, damit Sie selbst wissen, wovor Sie sich zukünftig in Acht nehmen müssen.

Warum werden Sie sich in Zukunft nicht mehr so verhalten?

Schöne Vorsätze wie „In Zukunft wird alles anders“ helfen an dieser Stelle nicht viel. Bei dieser Frage müssen Sie ein konkretes Vorhaben aufzeigen, wie Sie Ihr problematisches Verhalten erkannt haben und lösen werden.

Was hat Sie zu dieser Veränderung motiviert?

Seinen Führerschein zurückerhalten und die MPU bestehen zu wollen, ist hier keine ausreichende Antwort. Für ein positives Gutachten ist eine innere Motivation ausschlaggebend. Hier ist es besonders gut, wenn Sie bereits positive neue Erfahrungen benennen können.

Wie wollen Sie zukünftig sicherstellen, dass Sie einen Rückfall ausschließen können?

Menschen neigen dazu, in Situationen hoher Belastung in alte Muster zurückzufallen. Bei dieser Frage müssen Sie Strategien parat haben, einen möglichen Rückfall zu verhindern. Dabei ist es auch wichtig, sich einzugestehen, dass Sie in eine Situation eines drohenden Rückfalls geraten können, denn immerhin ist niemand perfekt.

Achten Sie auch auf vermeintlich unwichtige Fragen, zum Beispiel wie lange Sie bereits den Führerschein besitzen. Wer hier zu lange überlegen muss, signalisiert, dass er sich nicht vorbereitet hat und die MPU nicht ernst nimmt.